Kempten Allgäu
 

SCKN-Geschichte Festschrift 1968-1988

Grußwort zum 2o Jährigen Bestehen des Segelclubs Kempten Niedersonthofener See e.V.

von Hubert Rabini - Landrat

Der Segelclub Kempten Niedersonthofener See e.V. feiert in diesem Jahr sein zwanzigjähriges Bestehen. In dieser, gemessen an anderen Vereinen, noch relativ kurzen Vereinsgeschichte konnte der Segelclub Kempten Niedersonthofener See e. V. immer wieder auf heimischem Revier große sportliche Veranstaltungen mit teilweise internationaler Beteiligung ausrichten. Darin drücken sich die Vitalität, die Kameradschaft und der Sportsgeist des Vereins aus. Das diesjährige Vereinsjubiläum wird erneut einen solchen sportlichen Höhepunkt haben, nachdem der Deutsche Seglerverband dem Verein die Ausrichtung der internationalen Klassenmeisterschaft der Vaurien übertragen hat. Damit wird das wunderschöne Revier des Niedersonthofener Sees weit über unsere Region hinaus bekannt gemacht.

Zwischen dem Segelclub und dem Zweckverband Erholungsgebiete Kempten und Oberallgäu als dem Eigentümer des Niedersonthofener Sees bestehen vielfältige vertragliche Bindungen. Die Vereinsgründung und die Bildung des Zweckverbands fallen etwa zeitlich zusammen. Ich bestätige dem Verein gerne, dass während dieser Zeit gemeinsamen Bestehens die beiderseits berührenden Probleme stets in einem freundschaftlichen, sachbezogenen Ton gelöst wurden. Ich bin sicher, dass dies auch in Zukunft so sein wird.

Ich übermittle dem Vorstand und allen Mitgliedern des Segelclubs die Glückwünsche des Landkreises Oberallgäu. Möge das zwanzigjährige Bestehen dazu beitragen, dass Harmonie und kameradschaftlicher Zusammenhalt weiterhin zu den hervorstechenden Kennzeichen des Segelclubs Kempten Niedersonthofener See e. V. gehören. Sie bilden die Basis für weitere sportliche Erfolge, die ich von Herzen wünsche.

 

Grußworte zur IDKM

Dieter Daum - Präsident Asvaurien Deutschland e. V.

über verschiedene Beschlüsse von Verbänden und Vereinen kann man diskutieren und unterschiedliche Meinungen haben über den Beschluss der Mitgliederversammlung der Asvaurien Deutschland e.V., ihre Meisterschaften verteilt über die Segelreviere der Bundesrepublik Deutschland auszurichten, hat es bis jetzt noch nie Kritik gegeben. Nach den unterschiedlichsten Revieren sind wir nun zu Gast auf dem Niedersonthofener See, einem Revier mit einem Verein, dem Segelclub Kempten Niedersonthofener See e.V., welcher sich schon seit Jahren mit der Vaurien verbunden fühlt - und wir mit ihm!

Vor der Zusage durch den SCKN kamen durch ihn einige Fragen auf, denn man befürchtete in der Reihe der großen Vereine, die zum Teil schon die Meisterschaften für uns ausgerichtet hatten, nicht entsprechend auftreten zu können.

Ich kenne den SCKN von Regatten - Ihr, die Teilnehmer, kennt ihn ebenfalls schon, oder, falls nicht, dann werdet Ihr eines kennen lernen: Kleine Reviere mit kleinen Vereinen sind eine Garantie für herzliche Aufnahme und eine Organisation mit persönlichem Engagement jedes Vereinsmitglieds.

Und wenn uns nun noch das Wetter gut gesonnen ist, wird diese Meisterschaft ihren Platz unter 18 anderen finden, die jede ihre persönliche Note hatte als die Internationale Deutsche Klassenmeisterschaft 1988 am Niedersonthofener See!

Und wenn das Wetter nicht will - auch das hatten wir schon zweimal, so werden auch diese Meisterschaftstage in bester Erinnerung bei allen Teilnehmern bleiben.

Dem SCKN und allen Teilnehmern Mast- und Schotbruch für die Internationale Deutsche Klassenmeisterschaft 1988!

 

20 Jahre Segel Club Kempten Niedersonthofener See e.V.

Ein Kurzportrait von Heiner Spiering

Kempten, Zentrum des Allgäus, eine Stadt mit knapp 60.000 Einwohnern, inmitten einer der reizvollsten Landstriche Deutschlands gelegen, eine Stadt mit vielfältigsten Freizeitmöglichkeiten wie Wandern, Skisport, Segelsport und weitere. Segelsport für die Kemptener - wo?

Auf dem Niedersonthofener See, ca. 12 km südlich der Allgäu-Metropole gelegen, westlich der B19, ein See, dessen Entstehung auf die Eiszeit zurückzuführen ist. Diese Oase der Freizeitmöglichkeiten ist eingebettet in eine Landschaft, bestehend aus Hügeln und Tälern, Wiesen und Wäldern, Dörfern, Weilern, Einzelgehöften, Flüssen und Bächen, wenige Kilometer vor der südlich gelegenen Alpenkette.

Hier, an diesem See, lagerten im natürlichen Schilfbereich etliche Segler ihre Boote, bis sie sich am 22. Mai1968 zum Segelclub Kempten Niedersonthofener See zusammenschlossen, als eingetragener Verein, mit 1. und 2. Vorsitzenden, mit Kassenwart und Jugendwart.

Zehn Gründungsmitglieder unterzeichneten das Gründungsprotokoll: Dr. Gerd Lichtenfeld, Siegfried Kusterer.

Josef Spring, Werner Schumacher, Fritz Krause, Walter Weith, Heribert Eggert, Hans Brugger; Sport-Karg, Manfred Weiß.

Schnell wurde die Gründung des Clubs publik, so dass die Mitgliederzahl damals rasch wuchs und sich auf die noch heute gültige Mitgliederzahl von ca. achtzig bis neunzig einpendelte. Die Mitgliedschaft im Deutschen Seglerverband sowie im Bayerischen Landessportverband, damit automatisch die Mitgliedschaft im Bayerischen Seglerverband, wurde betrieben. Später wurden die Segler ebenfalls Mitglied beim Stadtverband der Kemptener Sportvereine.

Verhandlungen mit dem Seen-Besitzer; vertreten durch den damaligen Landrat Rieger und einem Landwirt aus Wohlmuts, führten zur Nutzungsmöglichkeit einer nördlich an den See grenzenden Wiese.

Hiermit hatte der Club ein Zuhause gefunden, konnte sich etablieren und konnte entsprechend vorausgegangener Planung Hafenanlagen, Liegeplätze etc. ins Auge fassen. An ein Clubhaus war noch nicht zu denken. Eine Kiste für das Werkzeug tat es vorerst einmal, wobei die Deckelinnenseite zugleich das »Schwarze Brett« war. Später kam eine demontierbare grüne Hütte hinzu, die allerdings noch keine Sanitärräume bot. Diesbezüglich waren die Mitglieder des SCKN immer noch auf den gegenüberliegenden Wald angewiesen.

Diese spartanische Grundausstattung ermöglichte damals bereits, den Sportbetrieb mit hochrangigem Regattageschehen durchzuführen. Namhafte Segler fanden bald den Weg zum SCKN am Niedersonthofener See.

Dank der aktiven Mithilfe der Seglerdamen konnte damals bereits herzliche Gastfreundschaft geboten werden, die bis heute andauert und die den Gastseglern immer wieder Anreiz ist, an den Niedersonthofener See zu kommen.

Aus dem Wirrwarr der verschiedenen Bootstypen, das mit der Clubgründung verbunden war, schälte sich aufgrund Vorgenommener Klassenpolitik bald ein Bootsbestand heraus, der es den Mitgliedern ermöglichte, sich national, aber auch international zu messen. Optimisten, Finn, Korsar und Vaurien waren die Klassen, die seitens des Clubs gefördert wurden und für die regelmäßig das Sportprogramm ausgelegt wurde.

In den Folgejahren blieb diese Politik flexibel. Der Korsar wurde herausgenommen, dafür kam die internationale Klasse 470, die später olympisch wurde. In diesem Zusammenhang sollte nicht unerwähnt bleiben, dass es der SCKN war, der die erste Regatta dieser Klasse im bayerischen Raum durchführte. Später kamen die Einhandklassen Laser und Europe hinzu.

Zielstrebig verfolgte der Club sein Interesse, den Standort am See durch Kauf des zunächst vom Landwirt gepachteten Geländes zu festigen. In mehreren Teilkäufen wurde der Club Anlieger und hatte damit direkt Zugang zum See.

Aus dieser günstigen Situation heraus wuchs natürlich der Gedanke nach eigener Behausung. In Abstimmung mit der Gemeinde Waltenhofen bzw. mit dem Landratsamt konnte der Rahmen der Bauabsicht erarbeitet werden. Das Ziel, über die unbedingt notwendigen Räume verfügen zu können, wurde erreicht, allerdings in Verbindung mit öffentlichen WCs, die gleichzeitig mit zu realisieren waren.

Glück hatte der SCKN schließlich bei der Genehmigung des Bauvorhabens. Wollte das Landratsamt noch einen pavillonähnlichen Neubau, so verlangte die Regierung von Schwaben ein komplettes Satteldach. Damit war die überdachte Terrasse (unser Clubraum) sowie der Dachboden gegeben.

Bewundernswert bleibt die Einsatzbereitschaft der gesamten Clubmannschaft. Barmittel waren kaum vorhanden, also gab jeder einen finanziellen Baustein und dank intensiver Mitwirkung aller Mitglieder konnte unser Clubhaus in kürzester Zeit in Eigenleistung erstellt werden. Nur wenige Bauleistungen mussten an Baufirmen vergeben werden. Wie bereits ausgeführt, dem SCKN gelang es immer wieder; Regatten zu veranstalten, an denen namhafte Segler aus dem In- und Ausland teilnahmen. Vielleicht liegt auch hierin der Wunsch der über 40 jährigen Finn- und 470er-Segler begründet, das Seniorenseglertreffen auf dem Niedersonthofener See regelmäßig zu veranstalten.

Eine Regelung, nach der auf dem Niedersonthofener See nicht vordem 1. Mai eines jeden Jahres gesegelt werden darf, führte zu der Notlösung, im frühen Frühjahr in den Süden auszuweichen. Der Kalterer See wurde zur südlichen Heimat der Kemptener. Regelmäßig werden gegenseitig Veranstaltungen des gastgebenden Vereins besucht.

Freundschaften haben sich gebildet, Freundschatten, die über den Segelsport hinausgehen.

Auch die Regatten auf dem Reschensee, an der Grenze zwischen Südtirol und Österreich gelegen, von den Südtirolern veranstaltet, festigten die Freundschaft zwischen den beiden Clubs.

Wo stehen wir heute?

Der SCKN nimmt nach wie vor einen guten Platz im Bayerischen Segelsportgeschehen ein. Unser Mitglied Michael Merz vertritt die Europe-Klasse landesweit, Leo Fellmann übernahm vor kurzem die Aufgaben des Landesjugendwartes.

Erstmalig führt der SCKN eine internationale deutsche Meisterschaft durch, und zwar für die internationale Klasse der Vaurien.

Die Weichen für die weitere sportliche Entwicklung des SCKN sind in die Zukunft gestellt.

20 Jahre Vaurien am Niedersonthofener See

Schon bald nach der Gründung des Segelclubs Kempten Niedersonthofener See im Jahr 1968 etablierte sich im Club eine Vaurienflotte, die, wie sich herausstellte, sehr aktive Segler hervorbrachte.

Auf der Meldeliste zur 1. Vaurienregatta im Juli 1970 stehen die Namen: Reizamer, Kemmerer, Beck, Weiß, Mayer, Butscher und Kern. Im damaligen Regattabericht steht zu lesen, dass 13 Vaurien am Start waren, und dass die Gäste uns Regatta-Anfängern zeigten wie die Vauriens von hinten aussehen.

Nun, das blieb nicht lange so. Die V-Segler mit ihrem damaligen Flotten Kapitän, Ernst Reizamer, gaben den Mut nicht auf und organisierten für 1971 gleich zwei Regatten.

Und weil eine normale Regatta schon damals wenig Reiz hatte, wurde eine Schwerpunktregatta beantragt.

Von diesen neuen Aktivitäten aus dem Allgäu hörte man natürlich auch am Bodensee. Skepsis kam auf.

Allgäu, kleiner See und Vaurienregatta? Was wird das wohl sein?

An einem Sonntag im März erschien dann auch der Bodenseeobmann und wollte unser Revier sehen. Nun, diese Inspektion verlief positiv. In den V-Notizen war später zu lesen: Niedersonthofen war eine Reise wert, alle kommen gerne wieder!

Seitdem wurden viele, stark besetzte Enzian-Cups und Allgäuer Vaurien-Pokal-Regatten auf dem Niedersonthofener See angeschossen. In einer clubinternen Bestenliste innerhalb der V-Flotte, die einer der eifrigen Segler der damaligen Zeit erstellt hat, wurden im Jahr 1973 immerhin 9 V-Crews gewertet.

Aber nicht nur daheim wurde aktiv gesegelt. Immer öfter platzierten sich SCKN-Vauriens im 1. Drittel auswärtiger Ergebnislisten. In unserer V-Flotte entwickelte sich eine rege Reiselust während der Regattasaisonen, die lange Jahre anhielt. Der harte Kern der V-Flotte Beck/Beck mit V-Ianja, Kemmerer/Kemmerer mit V-EIke, Mayer/Mayer mit V-Gitte (die Bootsnamen sind die Namen ihrer Töchter) und die Mannschaft Kern 1 Brög mit V-Pamaki, war in den 70er Jahren auf fast allen Regatten der näheren und weiteren Umgebung zu finden. Mit Wohnwagen am Haken und Schiff auf dem Autodach machte dies so richtig Spaß.

Der Drang nach Höherem führte im Jahr 1974 die Crew K. und R. Mayer nach Travemünde und anschließend an den Dümmer See zur IDM.1975 bei der IDM auf dem Starnberger See vor Ambach sind Kemmerer, Beck und Mayer wieder dabei. 1976 sind 3 Jugendmannschatten des SCKN bei der IDJM in Moos am Bodensee dabei. 1977 belegten Günther und Elke Kemmerer bei der IDM am Ruhrsee den beachtlichen 4. Platz und beim Kieler Auftakt Rang 3. Ebenfalls 1977 qualifizierten sich die Jugendlichen, Richard und Brigitte Mayer und Roland Kern/Birg Brög für die lnt.Junioren-Weltmeisterschaft in Mons Belgien. In Viry Chatillo bei Paris sind an Osten Pamaki und Gitte am Start. 1978 ist die Pamaki-Crew wieder bei der IDJM auf dem Davoser See in der Schweiz dabei.

Dieser Aktivitätenspiegel der 70er Jahre erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, vermittelt aber doch ein Bild über unsere Vaurien-Flotte der damaligen Zeit. In den weiteren Jahren flachte die Aktivität permanent ab. Grund: Die Alten wuchsen aus doch Regattabegeisterung oder dem Schiff heraus. Jungen wurden wegen Studium oder Beruf in verschiedene Richtungen zerschlagen. Nachwuchs kam keiner nach.

Nun noch einige Sätze zum organisatorischen Engagement:

Ernst Reizamer nahm bis 1975 die Aufgaben der V-Flottenobmanns wahr. Klaus Kern versuchte alle V-Obmann für Bayern und Technischer Sekretär der AS-Deutschland die Vaurien-Sache in Bayern zu organisieren. Vom SCKN gingen viele Impulse aus, die die Verbreitung des Vaurien in Bayern fördern und zur Anerkennung als Jugendboot durch die Dachorganisationen beitragen sollten. In freundschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Jachtclub Ambach wurde in dieser Richtung intensive Arbeit geleistet. Doch die Entscheidungen fielen anders aus.

Im Jahre 1976 wurde der SCKN mit der Durchführung einer IDJM betraut. Diese Meisterschaft kam nicht zustande, weil die vorgeschriebene Anzahl der Teilnehmer nicht erreicht wurde.

Wir wünschen uns, dass die Vaurien-Klassenmeisterschaft 1988, die auf Wunsch der Segler beim Enzian-Cup 1987 zustande kam, ein voller Erfolg wird.

Wir werden unser Möglichstes tun.

Kurt Mayer

Regatta beim SCKN


Mehrmals im Jahr veranstaltet der SCKN Regatten.
Von nah und fern kommen Segler, manchmal bis aus Südtirol oder Norddeutschland. Eine Regatta bedeutet viel Arbeit: Die Termine müssen mit den Einladungen müssen verschickt werden, die Küche muss vorbereitet sein und die Regattaleitung muss den Wettkampf betreuen.


Nach zwei Stunden Autofahrt sehen wir ihn endlich, den Niedersonthofener See. Links von uns liegt er, der Wald spiegelt sich in ihm - spiegelglatt ist der See, keine einzige Welle, Flaute! Sofort schießt mir in den Kopf: Ich brauche diese Regatta doch zur Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft. Es müssen drei Wettfahrten stattfinden, sonst zählt die Regatta nicht Kein Wind - keine Qualifikation.

Im Clubgelände des SCKN ist schon reges Treiben. Wir steigen aus und begrüßen unsere Segler- Kameraden/innen. Mit vielen sind wir befreundet. Als ich einen besorgten Blick auf den See werfe, stubst mich ein »einheimischer« Segler und beruhigt mich. 0ft käme der Wind erst am Mittag, die Flaute hätte nichts zu bedeuten. Noch nicht ganz zuversichtlich laden wir unser Boot vom Anhänger und beginnen aufzutakeln...

Gerne setze ich mich bei Regatten hin und beobachte. Eine Gruppe steht um das neue Boot von Peter. Genau studieren und diskutieren sie wie die Rollen und Klemmen montiert sind. Rolf läuft fluchend umher, irgendjemand hat ihm seine Segel versteckt. Allmählich kommt etwas Wind auf zufrieden sehe ich das Kräuseln auf dem Wasser.

Einige Frauen und Mädchen liegen in der Sonne, strickend, lesend und ratschend. Kinder planschen im Wasser. Susanne und Oliver wirken noch sehr einträchtlich. Der sportliche Ehrgeiz ist manchmal schädlich für ihre Beziehung. Am Starnberger See machte Susanne als Vorschoterin einmal einen Fehler, der einige Plätze kostete. Ihr Freund wurde sehr ärgerlich und ungehalten, dass sie mitten unter der Wettfahrt einfach ins Wasser sprang und ans Ufer schwamm. Er will davon nichts mehr wissen, aber gerade deswegen wird ihm diese Geschichte immer wieder unter die Nase gerieben. Links von mir unterhalten sich zwei Segler darüber, wie unterschiedlich das Boot für das Meer und für Binnengewässer »getrimmt« werden müsse. Spekulationen über den Neigungswinkel des Mastes, die Spannung der Wanten, die Position der Hohlepunkte...

Plötzlich eine Durchsage der Wettfahrtleitung: »Bitte zur Steuermannsbesprechung auf die Terrasse kommen!«

Danach hektisches Auslaufen zum Start. Weiße Segel füllen den See. Der 10-Minuten-Schuß, der 5-Minuten-Schuß, die Boote drängen sich auf der Startlinie zwischen Startboot und -tonne. Noch flattern und knallen die Segel, dann der Startschuss und plötzlich wird es ruhig. Windgefüllte Segel treiben die Boote nach vorne. Etwas in Lee des Pulkes am Startboot konnte ich ohne Behinderung starten und ziehe an den sich gegenseitig abdeckenden Konkurrenten vorbei. Doch dann noch ein Schuss, die Wettfahrtsleitung hisst die Flagge »Allgemeiner Frühstart«. Mehrere Boote haben die Startlinie zu früh überquert. Schlagartig verliert sich die Spannung, die Boote drehen um, die Startzeremonie wird wiederholt.
Etwas mürrisch trauere ich meinem guten Start nach...

Nach dreimaliger Umrundung der Tonnen und dem Zieldurchgang kehren die Segler in den Hafen des SCKN zurück. Manche zufrieden, manche unzufrieden. Zur 2. Gruppe gehöre ich. Mir hat es am Gespür für die Windverhältnisse gefehlt. Viele Winddrehungen überraschten mich, viele Böen zogen an mir vorbei. Mir ist es immer wieder ein Rätsel, woran die Spitzensegler wissen, woher und wie stark der Wind wehen wird, dies nützen können und deswegen oft kilometerweit nach vorne segeln.

Trotzdem freue ich mich auf das Gegrillte, das die Frauen des Küchenteams für uns zubereitet haben. Freibier wird angezapft und das Abendessen geht nahtlos in den lustigen, nächtlichen Seglerhock über...

Wir haben Glück mit dem Wetter. Bei Sonnenschein und gutem Wind können wir am Sonntag noch zwei weitere Wettfahrten segeln. Ich erlange einen Platz in der ersten Hälfte und bin somit zur Deutschen Meisterschaft zugelassen! Nach der Preisverteilung leert sich das inzwischen schon vertraut gewordene Gelände des SCKN. - »Bis in zwei Wochen am Bodensee!«, rufe ich noch Oliver und Susanne zu. Doch dann bin ich schon auf dem Weg nach Hause.

 

Thomas Mayer

und es geht noch weiter ......

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